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Dojo-Ordnung (dojo kun)
1 Das Dojo Die Atmosphäre dieses Ortes wird durch das Verhalten jedes Einzelnen bestimmt. Es ist daher eine unabdingbare Notwendigkeit, dass sich jeder an diese Ordnung hält und aktiv dazu beiträgt, dass das Dojo als Ort der Würde geschätzt wird.
Im Dojo muss eine ruhige, harmonische, sichere und ernsthafte Atmosphäre herrschen; lautes und aufdringliches Verhalten soll deshalb vermieden werden.
Im Dojo darf nicht gegessen und nicht geraucht werden.
Private Gespräche während des Trainings, die nicht in Beziehung zum Unterricht stehen, zeugen von Unverständnis des Geistes, der im Dojo herrschen soll, und sind nicht erwünscht. Handys sind während des Trainings auszuschalten.
Das Dojo ist sauber zu halten. Die Schüler sind für den sauberen und ordentlichen Zustand des Dojos verantwortlich, vor einer Trainingseinheit ist rechtzeitig mit einem Besen zu kehren.
Die Anwesenheit von Zuschauern im Dojo ist nur nach vorheriger Absprache mit dem Sensei gestattet. Gäste haben sich absolut still zu verhalten, dürfen weder den Trainingsablauf beeinträchtigen noch Trainierende ablenken.
2 Der Sensei
Dem Sensei - zu deutsch Lehrer - obliegt während der Unterrichtsstunden die Wahrung des Hausrechts, seinen Weisungen ist in jedem Fall Folge zu leisten.
Ist bei einem Training kein Sensei anwesend, wird er durch den Senpai (hier Übungsleiter) vertreten. Der Senpai hat in diesem Fall die Rechte des Sensei.
Bei unsportlichem Verhalten, mangelnder Selbstbeherrschung, Verstößen gegen die Dojo-Ordnung sowie bei Handlungen, die das Ansehen des Dojos in der Öffentlichkeit schädigen, kann der Sensei den Schüler nach eigenem Ermessen vom Training ausschließen.
Während des Trainings soll der Schüler dem Sensei ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen. Er zeigt dies durch konzentrierte Mitarbeit.
Unaufgefordertes Reden, Missfallenskundgebungen und lasches, lustloses Training wären eine Beleidigung für den Sensei, sowie eine Herabsetzung der Trainingsgruppe und des Partners.
Ein Schüler soll niemals ohne die Erlaubnis des Sensei die angesagte Übung abbrechen, zu anderen Übungen übergehen, oder gar das Dojo verlassen.
3 Sicherheit Jeder Schüler ist persönlich dafür verantwortlich, vor dem Training seine Seile, Haken und sonstigen Gerätschaften auf Beschädigungen und auf ihre uneingeschränkte Einsatzfähigkeit hin zu überprüfen. Wegen Verletzungsgefahr sind Finger- und Fußnägel kurz zu halten. Uhren, Ketten, Ringe, sonstiger Schmuck, insbesondere Hals- und Armbänder sind vor Beginn des Trainings abzulegen. Schmuck, der nicht entfernt werden kann (z.B. Piercings), muss abgeklebt werden. Alkohol- oder Drogengenuss vor dem Training ist undenkbar.
4 Sauberkeit Das Dojo darf nur in sauberer Trainingsbekleidung und gepflegtem Aussehen betreten werden. Auf auffällige Kleidung ist zu verzichten. Anfänger dürfen gerne mit leichter Hose und T-Shirt trainieren; fortgeschrittene Schüler haben eine angemessene japanische Trainingskleidung (samue, hakama o. ä.) zu tragen, mindestens jedoch einen budo-gi. Das Betreten des Dojos mit Straßenschuhen ist nicht gestattet, das Dojo darf nur barfuß, in tabi oder zori oder Sportschuhen mit heller Sohle betreten werden. Der Sensei ist berechtigt, Schüler zum Verlassen des Dojos und zum Abstellen eines festgestellten Fehlers aufzufordern. 5 Etikette und Disziplin Alle Schüler müssen pünktlich zum Trainingsbeginn erscheinen. Kommt ein Schüler zu spät zum Training, so hat er im Eingangsbereich des Dojos solange zu warten, bis er eine Aufforderung des Sensei durch Handzeichen erhält, sich dem Training anzuschließen.
Zum Beginn und zum Ende einer jeden Trainingseinheit knien Sensei und Schüler zur Meditation in den Fersensitz (seiza) nieder. Die Augen sind zu schließen, und der Oberkörper hat eine aufrechte Haltung einzunehmen. Der Alltag ist abzuschalten, und die Gedanken sind auf das bevorstehende Training zu konzentrieren. Der Gruß (rei) ist ein wesentliches äußeres Zeichen für Höflichkeit und Respekt, und wird mit einer Verbeugung des Oberkörpers bei unterschiedlichen Anlässen ausgeführt:
beim Betreten und beim Verlassen des Dojos (dojo rei), bei Beginn und Ende des Trainings (seiza rei), bei Beginn und Ende einer Übung mit dem Partner (otogai ni rei) bei Fragen eines Schülers an den Lehrer (sensei ni rei) oder einen fortgeschrittenen Schüler (senpai ni rei) Das Verlassen des Dojos vor dem offiziellen Ende einer Trainingseinheit gilt als unhöflich und ist nur mit Zustimmung des Sensei erlaubt.
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